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Bei der Stahlgruber-Fahrwerksschulung im Verkaufshaus Wien-Strebersdorf gab es praxisbezogene Infos direkt vom Experten.

Fahrwerksschulung für Stahlgruber-Kunden

01.08.2017

Moderne FAHRWERKSTECHNIK ist hochkomplex. Bereits kleinste mechanische Fehler können große Auswirkungen haben. Daher lädt Stahlgruber seine Kunden zur intensiven Fahrwerksschulung.

Defekte Koppelstangen durch einen undichten Gummibalg.
Sven Adam, Technischer Berater Bilsteingroup und Kfz-Servicetechniker

Ein plötzlich einsetzendes ESP, ungleichmäßig abgefahrene Reifen, unkomfortable Fahreigenschaften, eine schiefe Lenkung – alles Symptome für ein verstelltes oder defektes Fahrwerk. Im Rahmen einer technischen Schulung lädt Stahlgruber seine Kunden ein, um vom Profi über die neuesten Entwicklungen beim Thema Fahrwerk aufgeklärt zu werden. Sven Adam, Technischer Berater der Bilsteingroup, ist selbst erfahrener Kfz-Servicetechniker und weiß genau, worauf es bei einem Fahrwerk ankommt: „Oft sind es Kleinigkeiten, die große Schäden verursachen.“ Unwuchtige Reifen oder verzogene Bremsscheiben können schon ausreichen, um spürbare Vibrationen an Fahrwerksteile wie Domlager, Koppelstangen, Traggelenkte und Querlenker weiterzuleiten. Die Effekte können bis zur Materialermüdung führen.

SENSIBILISIERUNG

„Ich möchte euch sensibilisieren beim Thema Fahrwerk genau hinzuschauen“, sagt Adam im sächsischen Dialekt. Außerdem sei die Achsvermessung enorm wichtig, gerade wenn Teile getauscht werden, vor allem einseitig. Minimalste Fertigungstoleranzen reichen bereits aus, um die Achseinstellwerte eigentlich korrigieren zu müssen – sofern möglich. Sehr praxisbezogen erklärt Adam die immer öfter auftretenden Federbrüche: „Die Federn sind heute am Limit. Früher fuhr man mit 175-Reifen, heute kaum unter 225er. Je breiter der Reifen, desto mehr Dreck gelangt in die Radkästen.“ So auch Kieselsteine, die die gepulverten Kunststoffschutzschichten an der Feder sprengen. Mit der Zeit gelangt Wasser an die Feder und diese beginnt zu Rosten.

Mangelnde Federqualität möchte der Fachmann nicht gelten lassen. Interessant: Die Federn brechen modellspezifisch fast immer an den gleichen Stellen. Gleiches gilt für Koppelstangen: Spritzwasser und Straßenschmutz setzen dem Gummibalg zu. Ist dieser einmal undicht, dringt Wasser bis zum Fett vor und verhindert eine optimale Schmierung der Kugelbolzen in der Schale. Ergebnis: defekte Verbindungsstangen.

OBACHT BEI DER MONTAGE

Da Fahrwerkskomponenten den Witterungen fast ungeschützt ausgesetzt sind, sind Schrauben und Muttern gerne verrostet. Ohne Flex geht es oft nicht mehr. Um die mühsame Einzelbestellung für jede Mutter, Schraube und Unterlagscheibe zu vereinfachen, hat Febi Bilstein die Prokits zusammengestellt. Die Kits mit nur einer Bestellnummer enthalten das gewünschte Fahrwerksersatzteil inklusive aller Montageteile. Außerdem rät Sven Adam den Werkstätten nach Fahrwerksumbauten ein Achsvermessungprotokoll inklusive Spurdifferenzwinkel und Spreizung zu machen und den Kunden mitzugeben. „Denn wenn der Kunde ein paar Wochen später am Hof steht und sich beschwert, dass etwas nicht stimmt, er aber verschweigt, dass er in der Zwischenzeit einen Randstein oder dergleichen gerammt hat, kann sich die Werkstatt auf das Vermessungsprotokoll beziehen und belegen, dass das Fahrzeug ordnungsgemäß und korrekt eingestellt übergeben wurde.“ Außerdem sei bei der Montage durchaus Obacht geboten: Bei manchen Modellen mit elektrischen Lenkgetrieben, kann ein zu rasches Drehen am Rad im unbelasteten Zustand zu Schäden im Lenkgetriebe und im betreffenden Steuergerät führen. Eine Vielzahl solcher praxisbezogenen Beispiele füllen die Theorie um moderne Fahrwerkstechnik auf. Zum Schluss noch ein Tipp vom Profi: Fahrwerkskomponenten am besten beidseitig auf jeder Achse tauschen. Und wenn Komponenten getauscht werden, darauf achten, dass man die aktuellsten Versionen der Ersatzteile einkauft. Denn auch bei betagten Fahrzeugen werden Fahrwerkskomponenten noch über Jahre hinweg weiterentwickelt und verbessert.

Autor/in:
Philipp Bednar
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