Arbeitsmarkt

„Auto-Bashing gefährdet Arbeitsplätze“

Wirtschaft
24.11.2022

 
In Österreich sind rund 900 Betriebe zur Gänze oder teilweise in der Auto- und Zulieferindustrie tätig und erwirtschaften einen jährlichen Produktionswert von 25,2 Milliarden Euro.
Burkhard Ernst, Vorsitzender des Vereins „Mein Auto“.

Das Industriewissenschaftliche Institut (IWI) beleuchtete 2021 in einer Studie den Effekt der Autobranche auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaftsleistung in Österreich. Laut Studienautor Herwig Schneider „sichert jeder Arbeitsplatz in dieser Branche indirekt zwei weitere Jobs.“ Zu den 81.700 direkt Beschäftigten kommen nochmals über 193.000 Arbeitsplätze dazu, so die IWI-Studie. Insgesamt summieren sich die Kosten für die Nutzung der Fahrzeuge, die Mehrwertsteuer und Normverbrauchsabgabe beim Kauf sowie die Mineralöl- und Motorbezogene Versicherungssteuer bis hin zur Autobahnmaut für den Fiskus auf zweistellige Milliardenbeträge. Der bisherige Höchststand wurde im Jahr 2019 mit 14,9 Milliarden Euro markiert, für 2021 waren Umsatzsteuer und NoVA durch die mangelnde Verfügbarkeit von Fahrzeugen zurückgegangen, dennoch kam laut Berechnungen des ÖAMTC ein Betrag von 13,78 Milliarden Euro zustande.

"Melkkühe der Nation"

Einer aktuelle Erhebung des Europäischen Verbandes der Automobilhersteller weist Österreich im Vergleich einen Spitzenplatz in der EU zu: Pro Kraftfahrzeug und Jahr werden hierzulande im Schnitt 2.678 Euro fällig, das ist Platz zwei hinter Belgien mit 3.187 Euro. Deutschland hingegen kassiert pro KFZ 1.963 Euro, Schlusslicht Spanien begnügt sich gar mit bescheidenen 1.068 Euro. „Die Einnahmen rund ums Autofahren sind damit fast so hoch wie die Gesamtausgaben für die Bildung oder ein Drittel der Pensionen“, so Burkhard Ernst, Vorsitzender des Vereins „Mein Auto“. Ernst rechnet vor: „Wer die Autos weghaben will, muss sich also auch dessen bewusst sein, dass damit die Finanzierung ganz wichtiger öffentlicher Bereiche nicht mehr zu decken wäre oder die vier Millionen österreichischen Haushalte auf andere Art und Weise jeweils über 3.500 Euro pro Jahr an Steuern und Abgaben leisten müssten.“