ÖAMTC Studie

Mit Biosprit zum Klimaziel

Klimaschutz
24.01.2024

 
Der ÖAMTC zeigt anhand einer aktuellen Studie, mit welchen Maßnahmen sich die Klimaziele 2030 erreichen lassen, ohne die Mobilität einzuschränken.
Dina Bacovsky, Unit Head Biofuels bei BEST
Dina Bacovsky, Unit Head Biofuels bei BEST

Am 30. Juni 2024 endet die Frist für die Vorlage des endgültigen Nationalen Energie- und Klimaplans (NEKP) an die EU-Kommission. Bis dahin muss die Regierung Maßnahmen definieren, wie Österreich bis 2030 seine Treibhausgas-Emissionen um fast die Hälfte reduzieren will. Bernhard Wiesinger, Leiter der ÖAMTC-Interessenvertretung: „Der NEKP stellt im Verkehrssektor die Weichen für mindestens ein Jahrzehnt – die darin festgeschriebenen Maßnahmen sind auch für die kommenden Regierungen bindend. Im Frühjahr 2024 wird also entschieden, ob Mobilität auch in Zukunft ein leistbares, für alle verfügbares Gut bleibt.“ Eine in der verfügbaren Zeit umsetzbare, realistische Lösung für diese Herausforderung zeigt eine vom ÖAMTC in Auftrag gegebene Studie auf, die vom Bioenergieforschungszentrum BEST und vom Wirtschaftsforschungsinstitut Economica erstellt wurde.

Strom und Biosprit

Laut der Studie sind sowohl die Stärkung der E-Mobilität als auch die Erhöhung des biogenen Anteils im Kraftstoff die Schlüssel zur Erreichung der Klimaziele bei gleichzeitigem Erhalt leistbarer Mobilität. „Wenn sich die Elektro-Quote weiterhin positiv entwickelt, müssen wir 2030 nur geringfügig mehr an Bio-Kraftstoffen einsetzen, um das Klimaziel zu schaffen – und wir stellen damit auch sicher, dass alle Österreicher:innen weiter mobil bleiben und sich das auch leisten können“, fasst Wiesinger zusammen. „Wir fordern daher: Erstens muss eine Erhöhung der Biosprit-Beimengung im NEKP verankert werden. Zweitens braucht es einen rechtlich bindenden Zielpfad in Hinblick auf die schrittweise Erhöhung des Bio-Anteils und Art der beizumengenden Kraftstoffe. Und drittens muss der Bio-Anteil von Mineralölsteuer und CO2-Abgabe befreit werden.“

Verbrenner überwiegen

„Auch wenn 2030 die meisten neu zugelassenen Fahrzeuge elektrisch sind, wird der Anteil an Verbrennern weiterhin überwiegen - und genau für diesen Bestand braucht es eine ökonomisch tragfähige und ökologisch nachhaltige Lösung“, erklärt Christian Helmenstein, Geschäftsführer von Economica. In der Studie geht das Wirtschaftsforschungsinstitut davon aus, dass bis 2030 rund 1,1 Millionen Elektro-Autos in Österreich zugelassen sind. Dina Bacovsky, Unit Head Biofuels bei BEST, erläutert: „Wird die Beimischung der biogenen Anteile im Sprit von aktuell zehn Prozent bei Benzin bzw. sieben Prozent bei Diesel auf einheitlich 13,5 Prozent erhöht, ist bis 2030 ein Rückgang der Treibhausgas-Emissionen im Straßenverkehr auf 12,4 Millionen Tonnen zu erwarten. Diese Reduktion entspricht einem Minus von 49,6 Prozent – das österreichische Klimaziel für den Verkehrssektor wäre damit sogar übertroffen.“ Zur Frage der Rohstoffe erklärt Bacovsky: „In Kombination mit der bereits jetzt vorhandenen Beimischung muss die Gesamtmenge an Bio-Kraftstoffen lediglich um sieben Prozent steigen, um die skizzierte Erhöhung auf jeweils 13,5 Prozent zu erreichen.“ Vorrangig würden Biokraftstoffe aus Reststoffen wie Altspeiseöl, Holzreststoffen oder Braunlauge produziert. Diese stehen nicht in Konkurrenz mit der Produktion von Lebens- oder Futtermitteln.