Eine aktuelle Umfrage sieht Elektrofahrzeuge als wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele. Der Fahrzeughandel erneuert deshalb seine Forderung nach dem Erhalt steuerlicher Anreize für elektrisch angetriebene Firmenwagen.
Mit dem Beginn der Budgetverhandlungen für die Jahre 2027 und 2028 warnt das Bundesgremium Fahrzeughandel vor der geplanten Einführung eines Sachbezugs für Elektro-Firmenfahrzeuge. Die Maßnahme könnte aus Sicht der Branche den Umstieg auf emissionsfreie Antriebe bremsen und damit die Mobilitätswende gefährden.
Kritik an geplanter Belastung
„Die geplante Einführung eines Sachbezugs für E-Firmenfahrzeuge ist ein solcher Fehler“, warnt KommR Prof. Burkhard Ernst, s t v. Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel, „weil er eine Abkehr von der dringend geforderten und politisch gewünschten Mobilitätswende darstellt.“
Die Wirtschaft ist der wichtigste Treiber dieser Ökologisierung, weil sie über die letzten Jahre alternative Antriebe wie Hybrid und Elektro ganz massiv forciert hat. Die Einführung eines Sachbezugs könnte E-Autos für die Nutzer um bis zu mehrere hundert Euro im Monat verteuern und damit „die Bereitschaft zum Umstieg ersticken“, so Ernst.
Mehrheit sieht E-Mobilität als Teil der Lösung
Rückenwind erhält die Branche durch eine aktuelle Erhebung des Marktforschungsinstituts Marketagent. Demnach sehen 56,1 Prozent der Befragten Elektroautos als Teil der Lösung zur Erreichung der nationalen und globalen Klimaziele. 41,5 Prozent sprechen sich für Anreize und Förderungen aus, um mehr Menschen zum Umstieg zu bewegen. 32,2 Prozent sehen die Politik in der Pflicht, entsprechende steuerliche Vorteile zu schaffen.
Die Zulassungszahlen unterstreichen die Bedeutung des Unternehmenssektors: Mittlerweile verfügen sechs von zehn neu zugelassenen Pkw über einen Hybrid- oder Elektroantrieb. Zudem entfielen zuletzt 66 Prozent aller Neuzulassungen auf Unternehmen. Sie sind also die wahren Treiber dieser politisch und gesellschaftlich gewünschten Entwicklung.
Bevölkerung gegen Kürzung der Vorteile
Auch bei der Frage nach einer Einschränkung bestehender Begünstigungen fällt das Meinungsbild eindeutig aus. Nur 25,9 Prozent der Befragten halten eine Beschneidung der Vorteile für Elektroautos für richtig, drei Viertel sprechen sich dagegen aus.
„Es wäre einfach ökologisch und ökonomisch der völlig falsche Weg, nun einen Sachbezug einzuführen“, betont Burkhard Ernst. Er appelliert deshalb an Politik und Experten, die Auswirkungen auf die Erreichung der Klimaziele zu berücksichtigen und die geplante Maßnahme noch einmal zu überdenken.