Für viele Autofahrer wird der tatsächliche Wertverlust ihres Fahrzeugs erst beim Wiederverkauf sichtbar. Wie stark sich die Preise einzelner Modelle entwickeln, hängt nicht nur vom ursprünglichen Anschaffungspreis ab, sondern auch von der Nachfrage am Gebrauchtwagenmarkt und den laufenden Unterhaltskosten. Nach Angaben von carVertical verlor der Jaguar I-Pace innerhalb von fünf Jahren in Deutschland durchschnittlich 65,7 Prozent seines Neupreises. Auf den weiteren Plätzen folgen der Jaguar XF mit 61,6 Prozent, der Renault Zoe mit 61,1 Prozent, der Smart Fortwo mit 59,9 Prozent sowie der Ford Mondeo mit 58,4 Prozent Wertverlust.
„Der Wertverlust ist eine versteckte Kostenstelle, die viele Käufer unterschätzen“, erklärt Matas Buzelis, Automobilmarktexperte bei carVertical. Wer ein Modell mit hohem Wertverlust erwerbe, müsse beim späteren Verkauf mit entsprechenden finanziellen Einbußen rechnen.
Luxusfahrzeuge und Elektroautos besonders betroffen
Nach Beobachtungen des Unternehmens verlieren vor allem Premiumfahrzeuge überdurchschnittlich schnell an Wert. Hohe Anschaffungskosten sowie teure Wartungs- und Reparaturkosten machen gebrauchte Oberklassemodelle für viele Käufer weniger attraktiv. Hinzu kommt, dass technische Ausstattungen und Assistenzsysteme rasch altern.
Auch Elektrofahrzeuge sind von einem überdurchschnittlichen Wertverlust betroffen. Die rasanten Fortschritte bei Batterietechnik und Reichweite führen dazu, dass bereits wenige Jahre alte Modelle gegenüber neueren Fahrzeugen an Attraktivität verlieren. Dadurch sinkt häufig die Nachfrage auf dem Gebrauchtwagenmarkt.
Im europäischen Vergleich weist ebenfalls der Jaguar I-Pace den stärksten Wertverlust auf. Nach fünf Jahren beträgt dieser durchschnittlich 73,1 Prozent. Dahinter folgen der Range Rover mit 70,1 Prozent, der Nissan Leaf mit 62,4 Prozent, der Audi e-tron mit 60,9 Prozent sowie der Jaguar XF mit 59,9 Prozent.
Nachfrage entscheidet über den Restwert
Wie unterschiedlich sich einzelne Modelle entwickeln können, zeigt auch die andere Seite der Untersuchung. Unter den in Deutschland analysierten Fahrzeugen erwies sich der Opel Insignia als vergleichsweise wertstabil. Sein Wert sank innerhalb von fünf Jahren um 56,5 Prozent.
Nach Einschätzung von Matas Buzelis behalten Fahrzeuge der Volumenklassen ihren Wert häufig länger. Niedrigere Anschaffungspreise, geringere Unterhaltskosten und eine höhere Nachfrage am Gebrauchtwagenmarkt wirkten sich positiv auf die Preisentwicklung aus.