Demnach ist die Wahrscheinlichkeit eines zurückgedrehten Kilometerstands bei Unfallwagen 2,7-mal höher als bei Fahrzeugen ohne bekannte Schäden. Während 2,5 Prozent der beschädigten Fahrzeuge einen manipulierten Kilometerstand aufwiesen, lag dieser Anteil bei unfallfreien Autos bei lediglich 0,95 Prozent. Nach Angaben von carVertical verfügten 70,7 Prozent der Fahrzeuge mit gefälschtem Kilometerstand über Schadenseinträge. Bei Fahrzeugen mit korrektem Kilometerstand lag dieser Anteil bei 47,2 Prozent.
„Autoverkäufer versuchen, den Wert eines Fahrzeugs zu maximieren und es für Käufer so attraktiv wie möglich zu machen. Bei der Reparatur eines beschädigten Autos könnte der Kilometerstand manipuliert werden, um die Attraktivität dieses bestimmten Fahrzeugs zu steigern und die Gewinnspanne künstlich zu erhöhen. Diese Praxis ist besonders bei importierten Fahrzeugen verbreitet“, sagt Matas Buzelis, Experte für den Automobilmarkt bei carVertical.
Der Zusammenhang zwischen Schadenhistorie und Tachobetrug zeigt sich laut carVertical nicht nur in Deutschland. Über alle 18 untersuchten Länder hinweg hatten 61 Prozent der Fahrzeuge mit manipuliertem Kilometerstand zuvor einen Schaden erlitten. Bei Fahrzeugen mit echtem Kilometerstand lag dieser Anteil bei 47,8 Prozent. „Der Verkauf eines zuvor beschädigten Autos mit niedrigem Kilometerstand treibt nicht nur den Preis in die Höhe, sondern erweckt auch den Eindruck, dass das Fahrzeug weniger abgenutzt ist, als es tatsächlich der Fall ist. Dies führt jedoch oft dazu, dass der neue Besitzer mit zahlreichen Problemen konfrontiert wird. Bei einem Auto mit gefälschtem Kilometerstand ist die Wartungsplanung schwieriger, verschlissene Bauteile fallen früher aus, und zuvor mit billigen Ersatzteilen durchgeführte Reparaturen können zu zusätzlichen Kosten führen“, erklärt Buzelis.