Für Werkstätten zeichnet sich dabei ein klares Bild ab: Software, Vernetzung und künstliche Intelligenz werden künftig ebenso wichtig sein wie klassische Mechanik. Während die öffentliche Diskussion häufig von Antriebstechnologien dominiert wird, rückte die Veranstaltung vor allem die digitale Transformation der Mobilität in den Mittelpunkt. Fahrzeuge entwickeln sich zunehmend zu vernetzten Systemen, die kontinuierlich Daten austauschen, Software-Updates erhalten und immer stärker in digitale Systeme eingebunden sind.

Fahrzeug bleibt nicht im Auslieferungszustand

Wie stark sich die Branche verändert, verdeutlichte Peter Ivanov von Valtech. „Früher war das Auto fertig, wenn es aus der Fabrik gekommen ist. Heute muss es updatefähig bleiben“, erklärte er. Diese Entwicklung hat direkte Auswirkungen auf Werkstätten. Neben klassischen Reparatur- und Wartungsarbeiten gewinnen Softwarediagnose, Steuergeräte-Management und die Betreuung digitaler Fahrzeugfunktionen an Bedeutung. Fahrzeuge verändern ihren Funktionsumfang zunehmend über Updates, wodurch sich auch Fehlerbilder und Diagnoseprozesse laufend weiterentwickeln.

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Für freie und markengebundene Betriebe bedeutet dies, dass Investitionen in Diagnosetechnik, digitale Prozesse und die Qualifizierung der Mitarbeiter künftig noch wichtiger werden. Der Umgang mit vernetzten Fahrzeugen wird zu einer Kernkompetenz im Werkstattalltag.

Automatisierung verändert

Ein weiteres Schwerpunktthema der Veranstaltung war die zunehmende Automatisierung industrieller Prozesse. Harald Gottsche, Leiter des BMW Group Werks Steyr, sprach sich dafür aus, Wertschöpfung konsequent dort zu automatisieren, wo dies wirtschaftlich sinnvoll sei. Einfache und wiederkehrende Tätigkeiten könnten künftig verstärkt von humanoiden Robotern übernommen werden.

Für Werkstätten mag diese Entwicklung zunächst weit entfernt erscheinen. Tatsächlich halten jedoch bereits heute automatisierte Prozesse Einzug in den Servicebereich – von digital gesteuerten Fahrzeugannahmen über automatisierte Lagerlösungen bis hin zu KI-gestützten Diagnose- und Planungswerkzeugen. Die Frage wird künftig weniger sein, ob Automatisierung kommt, sondern wie Betriebe sie sinnvoll in ihre Abläufe integrieren.

Kundenorientierung bleibt entscheidend

Trotz aller technologischen Entwicklungen betonten mehrere Referenten die Bedeutung der Kundennähe. Andreas Klauser, CEO von Palfinger, sieht gerade darin einen europäischen Wettbewerbsvorteil. Kleine Losgrößen und individuelle Lösungen seien Stärken, die internationale Massenanbieter nicht in gleicher Weise bieten könnten.

Diese Einschätzung ist auch für Werkstätten relevant. Mit zunehmender Digitalisierung wird die technische Kompetenz zwar wichtiger, gleichzeitig bleiben persönliche Beratung, Vertrauen und Servicequalität zentrale Faktoren für eine wirkungsvolle Kundenbindung. Gerade bei komplexen Fahrzeugtechnologien suchen Kunden einen kompetenten Ansprechpartner, der technische Zusammenhänge verständlich erklären kann.

Komplexität nimmt zu

Künftig werde nicht mehr das einzelne Produkt im Mittelpunkt stehen, sondern die Fähigkeit, komplexe Systeme und Netzwerke zu beherrschen. Auch Werkstätten werden stärker Teil dieser vernetzten Wertschöpfungsketten. Die Zusammenarbeit mit Herstellern, Softwareanbietern, Teilelieferanten und Mobilitätsdienstleistern wird künftig noch enger werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Datenmanagement, Cybersecurity und digitale Schnittstellen. Die Diskussionen in Steyr machten deutlich: Die Mobilität der Zukunft wird nicht nur elektrisch, sondern vor allem digital und vernetzt sein. Für Werkstätten eröffnet dies neue Geschäftsfelder, verlangt aber gleichzeitig Investitionen in Know-how, Technik und Mitarbeiterqualifikation.