Demnach wird bei rund jedem vierten überprüften Fahrzeug vom Kauf abgeraten. In etwa zehn Prozent der Fälle ist der unmittelbare Grund der technische Zustand des Fahrzeugs. Häufig spielen auch unvollständige Servicehistorien, Dokumentationsmängel oder Abweichungen von Inseratsangaben eine Rolle.
Zu den häufigsten Mängeln zählen Probleme im Antriebsstrang wie Ölverluste oder unruhiger Motorlauf. Auch Defekte an Elektronik und Assistenzsystemen sowie überdurchschnittliche Bremsprobleme werden regelmäßig festgestellt. Ein weiterer relevanter Faktor sind unsachgemäß reparierte Unfallschäden oder mangelhafte Lackierungen.
Elektroautos nicht frei von Risiken
Elektrofahrzeuge weisen laut Untersuchung zwar nur selten Probleme mit der Traktionsbatterie auf – der Anteil liegt bei 0,3 Prozent. Dennoch schneiden sie insgesamt etwas schlechter ab als Dieselmodelle. Gründe dafür liegen vor allem in Karosserie- und Verarbeitungsmängeln sowie in unzureichender Wartung.
Geringe Ausfallquoten bei einzelnen Modellen
Am oberen Ende der Skala stehen Modelle wie Hyundai Kona, BMW i3, BMW X5 und Toyota RAV4. Bei diesen Fahrzeugen wurde in der untersuchten Stichprobe kein Fall verzeichnet, in dem der Kauf aufgrund technischer Mängel nicht empfohlen wurde.
Alter, Laufleistung und Herkunft entscheidend
Die Analyse bestätigt zudem den Einfluss von Alter und Nutzung. Während bei Fahrzeugen unter zwei Jahren und bis zu 60.000 Kilometern nur 1,3 Prozent technisch auffällig sind, steigt dieser Anteil bei älteren Fahrzeugen mit hoher Laufleistung deutlich an. Bei über elf Jahre alten Autos mit mehr als 150.000 Kilometern liegt die Quote bei rund einem Drittel.
Auch die Herkunft des Fahrzeugs spielt eine Rolle. Fahrzeuge aus Schweden weisen einen deutlich niedrigeren Risikowert auf als der Durchschnitt, während Italien in der Analyse am oberen Ende der Skala liegt. Österreich liegt mit einem Wert knapp unter dem Durchschnitt im Mittelfeld.
Physische Prüfung bleibt zentral
Die Ergebnisse zeigen, dass der technische Zustand gebrauchter Fahrzeuge stark variiert und sich nicht allein aus dem Ruf eines Modells ableiten lässt. Neben konstruktiven Faktoren gewinnen Wartungshistorie und Umgang durch Vorbesitzer mit zunehmendem Alter an Bedeutung. Eine detaillierte technische Prüfung vor dem Kauf bleibt daher ein wesentlicher Bestandteil der Risikobewertung.