Das lange Zeit prägende Bild des typischen E-Auto-Fahrers verliert an Aussagekraft. Technikaffin, ökologisch orientiert, gut informiert und aus eigener Überzeugung elektrisch unterwegs – dieser „Öko-Techie“ dominierte noch die Vorgängerstudie von USCALE aus dem Jahr 2024. Inzwischen ist der Markt deutlich vielschichtiger geworden.

Für die „EV Charging Persona Study 2026“ befragte USCALE im Juni diesen Jahres 1.016 Fahrer von batterieelektrischen Fahrzeugen in Deutschland. Plug-in-Hybride waren ausgeschlossen. Dabei kristallisierten sich vier unterschiedliche Käufertypen heraus.

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Vom Informationssucher zum Komfortkäufer

Dem bisherigen Öko-Techie am nächsten kommt der pragmatische Informationssucher. Er beschäftigt sich intensiv mit Angeboten, recherchiert selbst und zeigt sich gegenüber Markenversprechen eher zurückhaltend. Anders verhält sich der statusorientierte Komfortkäufer. Für ihn spielen Marken ebenso eine wichtige Rolle wie Komfortmerkmale. Der entspannte Einsteiger entscheidet hingegen stärker aus dem Bauch heraus und orientiert sich an Empfehlungen anderer. Beim kostenbewussten Alltagsfahrer steht schließlich vor allem der Preis im Mittelpunkt.

Die Unterschiede beschränken sich nicht auf die Kaufentscheidung. Auch Ladehäufigkeit, benötigte Infrastruktur und Preissensibilität variieren zwischen den Gruppen. Damit unterscheiden sie sich zugleich in ihrer wirtschaftlichen Bedeutung für Automobilhersteller, Handel, Energieversorger und Ladepunktbetreiber.

Unterschiedliche Angebote gefragt

Für die Branche wird es daher wichtiger, Produkte und Dienstleistungen genauer auf die jeweilige Kundengruppe zuzuschneiden. Während manche Fahrer Auto, Wallbox und Ladevertrag möglichst aus einer Hand beziehen möchten und einer Marke treu bleiben, wechseln andere schneller den Anbieter. Ein Teil der Kundschaft vertraut vor allem der eigenen Recherche, während für eine weitere Gruppe primär der Preis ausschlaggebend ist.

„Je breiter der Markt wird, desto weniger trägt das Bild des einen typischen E-Auto-Fahrers“, sagt USCALE-Gründer und Geschäftsführer Axel Sprenger. Wer Kommunikation und Produkte nicht entsprechend ausrichte, riskiere, an der jeweiligen Zielgruppe vorbeizukommunizieren.

Methodisch unterscheidet die Studie zwischen Ladeprofilen und Lade-Personas. Erstere beschreiben anhand von Wohnsituation, Fahrleistung und Ladegewohnheiten, wo, wann und wie häufig geladen wird. Die Personas erfassen dagegen Werte, Einstellungen und Präferenzen der Nutzer. Die Verknüpfung beider Ebenen soll zeigen, welche Kundentypen hinter bestimmten Ladeprofilen stehen.

Für die Kfz-Branche wird nicht nur der Fahrzeugmarkt größer – auch die Anforderungen der Kunden an Beratung, Ladeangebote und Services werden vielfältiger.