Für die Standortsuche hat Forstinger ein klares Anforderungsprofil definiert: Der bisherige Schauraum eines Autohauses soll künftig als Shop für Zubehör und Ersatzteile dienen, die bestehende Werkstatt weitergeführt werden. Idealerweise verfügt diese über zwei bis vier Arbeitsplätze sowie eine Berechtigung zur §57a-Überprüfung.
Gesucht wird österreichweit. Dabei hat das Unternehmen insbesondere Autohäuser im Blick, bei denen eine Nachfolgelösung fehlt. „Die Babyboomer gehen in Pension und für ihren Betrieb findet sich möglicherweise keine Nachfolge-Lösung“, sagt Forstinger-Geschäftsführer Rudolf Bayer. Das Unternehmen möchte geeignete Betriebe vorzugsweise mieten, kann sich aber auch andere Lösungen vorstellen.
Drei Standorte dienen als Vorbild
Erfahrungen mit diesem Expansionsmodell hat Forstinger bereits gesammelt. In Neunkirchen wurde im vergangenen Jahr das ehemalige Autohaus Zezula übernommen. Auch beim früheren Toyota-Frey-Betrieb in Wien-Floridsdorf und beim ehemaligen Autohaus Koinegg in Baden setzte das Unternehmen auf bestehende Kfz-Standorte. Das Modell ermöglicht es, vorhandene Infrastruktur weiter zu nutzen und gleichzeitig das Werkstattnetz zu verdichten.
Servicegeschäft wächst deutlich
Die Expansionspläne stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklung des Werkstattgeschäfts. Dessen Anteil am Umsatz lag vor zwei Jahren noch bei acht Prozent, stieg im vergangenen Geschäftsjahr auf 15 Prozent und erreicht derzeit 18 Prozent. Besonders Reparaturen, Öl- und Reifenservice sowie §57a-Überprüfungen verzeichnen Zuwächse. Forstinger setzt dabei auf die Kombination von Zubehör- und Ersatzteilhandel mit Werkstattleistungen, die vielfach zu Fixpreisen angeboten werden.
Turnaround schafft Basis für Wachstum
Die Expansion erfolgt vor dem Hintergrund einer verbesserten wirtschaftlichen Entwicklung. Nachdem sich der Turnaround laut Unternehmen bereits im vergangenen Geschäftsjahr abgezeichnet hatte, erwartet Forstinger für 2026 wieder ein klar positives operatives Ergebnis. „Während wir im Vorjahr noch einen Verlust verzeichnet haben, rechnen wir heuer mit einem Ergebnisplus. Die Rückkehr in die Gewinnzone ist damit gelungen“, erklärt Bayer.