Batterieelektrische Fahrzeuge, Plug-in-Hybride oder Autos mit Brennstoffzellenantrieb – eines haben alle elektrifizierten Fahrzeugkonzepte gemeinsam: Ohne leistungsfähige Leistungselektronik funktioniert kein elektrischer Antrieb. Genau hier setzt das neue eMOTION Lab der TU Wien an, das Anfang Juli offiziell seinen Betrieb aufgenommen hat. Mit der Inbetriebnahme des ersten Prüfstands steht Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und universitären Partnern eine moderne Forschungsinfrastruktur zur Verfügung, auf der Inverter unter realitätsnahen und reproduzierbaren Bedingungen untersucht werden können. Weitere Prüfstände für Hochvolt-Systeme und komplette E-Achsen sollen in den kommenden Jahren folgen.

„Unabhängig davon, welche Antriebstechnologie sich künftig in den unterschiedlichen Fahrzeugsegmenten durchsetzt – Leistungselektronik und Inverter bleiben zentrale Schlüsseltechnologien“, erklärt Uwe Grebe, Geschäftsführer der Automotive & Mobility Engineering GmbH (ame) sowie Vorstand des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik (IFA) an der TU Wien. Der Inverter übernimmt die Aufgabe, den Gleichstrom der Hochvoltbatterie in den für den Elektromotor benötigten Wechselstrom umzuwandeln und zählt damit zu den entscheidenden Komponenten moderner Elektrofahrzeuge.

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Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten stehen die Steigerung des Wirkungsgrades, die Verringerung von Schaltverlusten sowie neue Konzepte für das Thermomanagement. Besonderes Augenmerk legen die Wissenschaftler auf die sogenannte Immersionskühlung. Dabei werden elektronische Komponenten direkt von speziellen Kühlflüssigkeiten umspült, wodurch deutlich höhere Leistungsdichten und effizientere Kühlsysteme möglich werden könnten.

„Die Transformation der Mobilität erfordert Forschung über unterschiedliche Technologien und Fakultätsgrenzen hinweg. Mit dem eMOTION Lab erweitern wir unser Portfolio gezielt um zentrale Komponenten der Elektromobilität und schaffen gleichzeitig eine Infrastruktur, die Forschung, Industrie und Ausbildung miteinander verbindet“, betont TU-Wien-Rektor Jens Schneider.

Zu den Industriepartnern zählt unter anderem die AVL List GmbH, die das Labor mit moderner Prüf- und Messtechnik ausstattet. Die Systeme ermöglichen hochpräzise Testabläufe für elektrische Antriebskomponenten und kommen weltweit sowohl in der Fahrzeugentwicklung als auch in der industriellen Forschung zum Einsatz.